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Die Problematik verunreinigter Mittelwände im Wachskreislauf

Über Jahre hinweg hat sich zwischen Imkern, Händlern und Mittelwandherstellern europaweit und somit auch in Deutschland ein offener Wachskreislauf etabliert. Imker bringen ihr Rohwachs in den Wachskreislauf ein. Die Hersteller arbeiten dieses Wachs wieder auf und stellen neue Mittelwände daraus her, die dann wiederum vertrieben werden. Ein an sich „nachhaltiges“ System, dass der zunehmenden Knappheit des Rohstoffes Wachs entgegen wirken kann.

Seit 2016 ist in Imkerkreisen jedoch das Thema „verunreinigte Mittelwände“ sehr präsent.
Eine Problem, bei dem der o.g. Wachskreislauf vom „Segen zum Fluch“ wird.

Eine für Mensch und Tier ungesunde Entwicklung

Spricht man von "verunreinigten Mittelwänden", unterscheidet zwei Formen von Verunreinigugen:

Zum einen ist eine zunehmende Belastung mit Schadstoffen und Bioziden in den Mittelwänden festzustellen; keine neues, aber ernst zu nehmendes Phänomen, dessen Ursache vorwiegend in unserer industriellen Landwirtschaft und der allgemeinen Umweltbelastung zu suchen ist.
Eine weitere Schadstoffquelle sind diverse Varroabekämpfungsmittel, die meist über Jahre hinweg von vielen Imkern eingesetzt werden.
Alle diese Schadstoffe können sich im Laufe der Zeit im Wachskreislauf anreichern.
Selbst wenn einige Mittel schon seit Jahren nicht mehr zugelassen sind, so sind ihre Rückstände immer noch nachweisbar (vgl. WALLNER, K (2011): Konservierte Altlasten. Rückstände von Varroaziden und Pestiziden im Wachs. DBJ 10: 6-7).

Neuerlich sind nun auch vermehrt mit Paraffin und Stearin verunreinigte Mittelwände in den deutschen Handel und somit auch in den Bienenkästen zahlreicher Imker gelandet.

Ursprung dieser Problematik ist die Tatsache, dass es - weltweit gesehen - ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in Bezug auf Bienenwachs gibt. In der Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie, aber auch für die Kerzenherstellung werden enorme Mengen an Bienenwachs benötigt. Diese zunehmende Nachfrage an Rohwachs lässt die Weltmarktpreise steigen.
Die Profitgier, aber auch das Unwissen einiger Hersteller und Imker hat offenbar dazu geführt, dass qualitativ minderwertiges, aber preisgünstiges Wachs aus dem Ausland (vorwiegend China), gestreckt mit Paraffin und Stearin, auch in den europäischen Wachskreislauf gelangt ist.

Einmal in diesen Wachskreislauf gelangt, ist es mit vertretbarem Aufwand fast unmöglich das verunreinigte Wachs wieder komplett zu entfernen.
Dem ist nur durch einen eigenen, geschlossenen Wachskreislauf zu entgehen, der jedoch aus vielerlei Gründen für die meisten Imker nicht in Frage kommt.

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